Die Wasserleitung zum Flugzeugmotor
 

Ende 1998 erhielten wir einen Hinweis, dass eine Tiefbaufirma beim Verlegen einer Wasserleitung auf einen Motor gestoßen war. Die Wasserleitung wurde am Motor vorbei verlegt. Bei den Tiefbauarbeiten wurde ein Teil des Motorträges geborgen. Anhand des Motorträgers und der Bilder, die von dem Motor gemacht wurden, war für uns klar, dass es sich um einen BMW 801 von einer FW 190 handelt. Bei weiteren Recherchen erfuhren wir, das beim Absturz der FW 190 der Flugzeugführer ums Leben gekommen sei. Er soll tot am Fallschirm in den Bäumen in der Nähe des Absturzortes gehangen haben. Leider konnten wir bis jetzt kein dazugehöriges Grab finden. Auch die Zeitangabe "gegen Kriegsende" war nicht genau genug.

Jetzt ging es daran den Motor zu bergen. Die entsprechenden Genehmigungen der Gemeinde und der Landesregierung wurden eingeholt. Eine langwierige, aber notwendige Voraussetzung für solche Bergungsarbeiten. Während der Genehmigungsphase hatten wir genügend Zeit uns gründlich auf die Bergungsarbeiten vorzubereiten.

 

 

 

 

    

Mit Schreiben vom 31.05.1999 erteilte uns das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg die Genehmigung. Am 18.06.1999 war es dann soweit. Wir wussten von vornherein, dass wir den Motor nur in Handschachtung bergen durften. Mit acht Mann rückten wir an, so dass wir uns ständig ablösen konnten. Nach kurzer Zeit stießen wir auf dem Motor, er lag flach in einer Sohltiefe von ca. einem Meter. Diese Lage erleichterte die Bergung enorm. Offensichtlich wurde er vergraben. Es befanden sich auch keine Teile der Motorabdeckung an oder bei den Motor. Auf einer Seite waren die Kolben herausgerissen, eine Zeichen dafür, dass die Maschine in einem relativ flachen Winkel aufgeschlagen ist. Auch so machte der Motor keinen guten Eindruck. Nach gut acht Stunden hatten wir den Motor aufgeladen und die Bergungsstelle wieder in den Zustand versetzt, so wie sie war.

Leider hat die Motorbergung zu keinen weiteren Erkenntnissen zu dem genauen Flugzeugtyp geführt. Das Einzigste was wir noch feststellen konnten war, dass die Fw 190 einen kleinen Antennenmast auf dem Seitenruder hatte, so wie er ab der A 4 verwendet wurde. Eine kleine Einengung der möglichen Typen.

Der Flugzeugmotor steht jetzt im Flugplatzmuseum Cottbus.

 

siehe auch Pressemitteilung