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29.06.2002 VOR ORT : OBERHAVEL : AUF EINEN BLICK

EHEMALIGER US-BOMBER-NAVIGATOR SCHICKT SCHECK NACH ORANIENBURG
Dollars für die Entschärfung

HEIKO HOHENHAUS

ORANIENBURG - Am 10. April 1945 gehörte Paul Hertenstein zu den Angehörigen der US Air Force, die mit ihren B-17-Bombern den schweren Angriff auf Oranienburg flogen. Bei dem Einsatz wurde seine Maschine von deutschen Jagdflugzeugen abgeschossen, er überlebte den Absturz und geriet in Kriegsgefangenschaft.

Veteran Hertenstein schickte jetzt aus Florida einen Scheck über 100 US-Dollar an das Ordnungsamt Oranienburg, um die Entschärfung der Bombenblindgänger in der Stadt zu unterstützen. Mario Schulze von der "AG Fliegerschicksale" hatte den Kontakt zu dem ehemaligen B-17-Besatzungsmitglied hergestellt. Durch den regen Briefwechsel erfuhr Hertenstein von den großen Problemen, die die Stadt Oranienburg mit den Bombenblindgängern hat. "Ich habe ihm auch Bilder von den Entschärfungen geschickt", berichtet Mario Schulze. Der Air-Force-Veteran habe große Anteilnahme daran gezeigt, was in Oranienburg vor sich geht. Hertenstein schickte schließlich zehn Dollar als Aufwandsentschädigung an die "AG Fliegerschicksale". "Diese wollten wir dem Ordnungsamt übergeben und informierten Hertenstein", berichtet Marion Schulze. Wenig später traf der Scheck der "Comunity Bank of Marion County" in Ocala, der Heimatstadt des Pensionärs, ein. Verwendungszweck: "bomb recovery" (Bombenbergung). "Das hat uns umgehauen. Das ist eine große Geste", sagt der Oranienburger.

Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm nahm aus den Händen von Mario Schulze den Scheck entgegen. Das Geld soll nun für die vielfältigen Aufgaben der Stadt rund um die kommenden Bombenentschärfungen eingesetzt werden.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung                   ID: 62425