HEIKO
HOHENHAUS
ORANIENBURG - Am 10. April 1945 gehörte
Paul Hertenstein zu den Angehörigen der US Air Force, die mit ihren
B-17-Bombern den schweren Angriff auf Oranienburg flogen. Bei dem
Einsatz wurde seine Maschine von deutschen Jagdflugzeugen
abgeschossen, er überlebte den Absturz und geriet in
Kriegsgefangenschaft.
Veteran Hertenstein schickte jetzt aus Florida einen Scheck über
100 US-Dollar an das Ordnungsamt Oranienburg, um die Entschärfung
der Bombenblindgänger in der Stadt zu unterstützen. Mario Schulze
von der "AG Fliegerschicksale" hatte den Kontakt zu dem
ehemaligen B-17-Besatzungsmitglied hergestellt. Durch den regen
Briefwechsel erfuhr Hertenstein von den großen Problemen, die die
Stadt Oranienburg mit den Bombenblindgängern hat. "Ich habe
ihm auch Bilder von den Entschärfungen geschickt", berichtet
Mario Schulze. Der Air-Force-Veteran habe große Anteilnahme daran
gezeigt, was in Oranienburg vor sich geht. Hertenstein schickte
schließlich zehn Dollar als Aufwandsentschädigung an die "AG
Fliegerschicksale". "Diese wollten wir dem Ordnungsamt übergeben
und informierten Hertenstein", berichtet Marion Schulze. Wenig
später traf der Scheck der "Comunity Bank of Marion County"
in Ocala, der Heimatstadt des Pensionärs, ein. Verwendungszweck:
"bomb recovery" (Bombenbergung). "Das hat uns
umgehauen. Das ist eine große Geste", sagt der Oranienburger.
Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm nahm aus den Händen von Mario
Schulze den Scheck entgegen. Das Geld soll nun für die vielfältigen
Aufgaben der Stadt rund um die kommenden Bombenentschärfungen
eingesetzt werden.
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