Pressemitteilung 03.05.2005
Märkische Allgemeine, Neue Oranienburger Zeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Copilot besucht Absturzstelle US-Veteran in Malz zu Gast

von Heiko Hohenhaus

Das einzige noch lebende Besatzungsmitglied eines 1944 bei Malz abgestürzten B-24-Bombers besucht morgen die Unglücksstelle. Der US-Amerikaner Charles W. Beigel, Angehörige der ehemaligen deutschen Luftwaffe, Zeitzeugen, Bewohner der Umgebung sowie die Oranienburger „AG Fliegerschicksale“ werden an der Absturzstelle gegen 13.30 Uhr einen Gedenkstein einweihen.

Mario Schulze und Rüdiger Kaddatz von der AG haben umfangreiche Recherchen zu den mehr als 60 Jahre zurückliegenden Geschehnissen gemacht.

Am 22. März 1944 flog die 466. Bombergruppe ihren ersten Einsatz, die Bombardierung der Bramo- Flugmotoren-Werke in Basdorf, nördlich von Berlin. Eine B-24 bekam kurz nach Beginn des Zielanfluges Treffer der Flak in Motor und Ruderanlage. Der Bomber stürzte auf die unterhalb fliegende B-24 „Liberator“ von Gilley T. Brand. Laut Bericht der beiden einzigen Überlebenden, Copilot Charles W. Beigel und MG-Schütze Avery B. Houchard, wurde der Bomber dabei so schwer beschädigt, dass dieser sofort unkontrolliert in den Sturzflug überging. Houchard wurde in etwa 5000 Metern Höhe aus dem Bomber geschleudert. Beigel konnte sich nur wenige Sekunden, ehe der Bomber gegen 13.30 Uhr bei Schweizerhütte aufschlug, aus dem Flugzeug retten. Da er seine Stiefel verloren hatte, flüchtete er nur auf Socken vor den Zivilisten, die seinen Absprung beobachtet hatten. Die Flucht endete erst gegen 18 Uhr, als er von einer Streife in einem Wald bei Malz gefangen genommen wird. Beigel wird nach mehrtägigem Verhör in das Stalag Luft III nach Sagan überstellt, nur wenige Tage nach der berühmten Flucht von 76 Gefangenen aus diesem Lager. Seine Kriegsgefangenschaft endete am 29.April 1945 in Lager Moosburg.

Heute hat der 83-jährige Charles Beigel 29 Enkel und 19 Urenkel.



Eine Liberator (Befreier) stürzt bei Malz ab
Geschichte des Absturzes