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Copilot
besucht Absturzstelle US-Veteran in Malz zu Gast
von Heiko Hohenhaus
Das einzige noch lebende Besatzungsmitglied eines 1944 bei Malz abgestürzten
B-24-Bombers besucht morgen die Unglücksstelle. Der US-Amerikaner Charles
W. Beigel, Angehörige der ehemaligen deutschen Luftwaffe, Zeitzeugen,
Bewohner der Umgebung sowie die Oranienburger „AG Fliegerschicksale“
werden an der Absturzstelle gegen 13.30 Uhr einen Gedenkstein einweihen.
Mario Schulze und Rüdiger Kaddatz von der AG haben umfangreiche Recherchen
zu den mehr als 60 Jahre zurückliegenden Geschehnissen gemacht.
Am 22. März 1944 flog die 466. Bombergruppe ihren ersten Einsatz, die
Bombardierung der Bramo- Flugmotoren-Werke in Basdorf, nördlich von Berlin.
Eine B-24 bekam kurz nach Beginn des Zielanfluges Treffer der Flak in Motor
und Ruderanlage. Der Bomber stürzte auf die unterhalb fliegende B-24 „Liberator“
von Gilley T. Brand. Laut Bericht der beiden einzigen Überlebenden, Copilot
Charles W. Beigel und MG-Schütze Avery B. Houchard, wurde der Bomber dabei
so schwer beschädigt, dass dieser sofort unkontrolliert in den Sturzflug überging.
Houchard wurde in etwa 5000 Metern Höhe aus dem Bomber geschleudert. Beigel
konnte sich nur wenige Sekunden, ehe der Bomber gegen 13.30 Uhr bei
Schweizerhütte aufschlug, aus dem Flugzeug retten. Da er seine Stiefel
verloren hatte, flüchtete er nur auf Socken vor den Zivilisten, die seinen
Absprung beobachtet hatten. Die Flucht endete erst gegen 18 Uhr, als er von
einer Streife in einem Wald bei Malz gefangen genommen wird. Beigel wird
nach mehrtägigem Verhör in das Stalag Luft III nach Sagan überstellt, nur
wenige Tage nach der berühmten Flucht von 76 Gefangenen aus diesem Lager.
Seine Kriegsgefangenschaft endete am 29.April 1945 in Lager Moosburg.
Heute hat der 83-jährige Charles Beigel 29 Enkel und 19 Urenkel.
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